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    Knapp vier Jahre ist es nun her, dass ich den ersten Beitrag auf meinem Blog mit euch geteilt habe. vier Jahre in denen ich coole Kooperationen umsetzen durfte, viele Interviews über mich veröffentlicht wurden, mein erster Printartikel erschien ist und ich unzählige Leserfragen beantwortet habe. Einige von euch haben vielleicht gemerkt, dass es in letzter Zeit still geworden ist. Seit einigen Monaten gab es kein Blogupdate und auch bei Instagram und Co. habe ich mich zurückgehalten. Heute will ich euch verraten warum das so ist.

    Diese Situation in einem kurzen Absatz zu erklären ist schwierig, denn in vier Jahren passiert viel und diese vielen Kleinigkeiten haben dazu geführt, dass ich eine Blogpause brauchte:

    Grund Nummer 1: Zeitmangel
    Zeit ist das Defizit unserer heutigen Gesellschaft und daher geht es mir nicht anders. Der Blog wurde immer größer und die Anfragen häuften sich (Ein großes Entschuldigung an alle die vielleicht immer noch keine Rückmeldung von mir erhalten haben, dessen Nachricht ich übersehen habe, usw.) in meinem Email Postfach, auf Instagram, Facebook und Co. Ich hatte das Gefühl den Anfragen hinterherzuarbeiten. 1 Anfrage beantwortet, 2 neue im Postfach! Auch der Druck neue Inhalte zu produzieren wuchs. Schließlich weiß jeder Blogger: Keine neuen Inhalte bedeuten sinkende Aufrufzahlen. Diesem Druck wollte ich nicht mehr standhalten. Schließlich habe ich meinen Blog gestartet um meine Erlebnisse mit Freude zu teilen, da ich 2014 kaum ansprechende Blogs fand auf denen ich nach Inspirationen suchen konnte. Daher entschied ich mich einfach eine Auszeit zu nehmen: Nicht darüber nachzudenken wieviele Seitenaufrufe mein Blog hat und auch neue Kooperationen zunächst abzusagen. (Natürlich ist dies für mich einfach, da ich meinen Blog nebenberuflich betreibe und ich finanziell durch meinen Job abgesichert bin.)

    Grund Nummer 2: Leidenschaft wahren
    Der Beginn meines Blogs fand zeitgleich zum Beginn meiner Van-Reisen statt. Kai und ich hatten uns erst kürzlich einen Bus gekauft und waren beschwingt von der Möglichkeit einfach Loszufahren. Durch den Mangel an Vantravel-Informationen, der damals bestand, kam bei mir die Idee mit dem Blog auf. Ich dachte: „Ja, wenn es kaum einen Blog für Van-Travel gibt warum sollte ich nicht damit anfangen?“
    Diese Euphorie kann schnell verfliegen, wenn man in der Leidenschaft eine berufliche Ebene findet. Jede Situation kann zum Business werden. Sei es die wunderschönen Abende am Lagerfeuer bei denen das Foto wichtiger wird als das Hygge-Gefühl mit den MItreisenden oder das Arrangement vorm Campervan jedesmal ewig dauert nur damit es bei eventuellen Fotoaufnahmen richtig rüberkommt. Hinzu kam, dass Kai von 2014 bis Ende 2017 eine Campervan-Vermietung betrieb. Spontane Kurztripps am Wochenende fielen weg. Wir hatten unsere gemeinsame Leidenschaft zu sehr zu „unserem Business“ gemacht! Daher beschloss ich auch hier die Reißleine zu ziehen um unser Hobby wieder Hobby werden zu lassen. Kai und ich fuhren in den Urlaub ohne professionelles Kameraequipment. Maximal mein Smartphone war dabei. Und ich musste feststellen, dass es gut tat!

    Grund Nummer 3: Persönliches Umdenken
    Die Freizeit, die ich durch die Pause des Blogs hatte eröffnete mir die Möglichkeit über andere Dinge nachzudenken. Neue Hobbys oder Leidenschaften zu entdecken. Wie ich zwar bereits einige Male auf dem Blog zum besten gegeben habe ist eine davon „Nachhaltigkeit“. Während der Blogpause entwickelte sich die anfängliche Leidenschaft zu einer Überzeugung. Nachhaltigkeit wurde zu „Less Waste“ (Ich vermeide immer den Begriff „Zero Waste“ da ich diese Lebensphilosophie extrem schwer umsetzbar finde), was für mich bedeutet weniger unrecyclebaren Müll zu produzieren, bewusster einzukaufen und mit Ressourcen umzugehen. Dieses Umdenken beeinflusst auch meinen Blog: Durch Kooperationen hatte ich immer die Möglichkeit Produkttests zu machen und coole neue Produkte zu erhalten. Aber wenn ich ehrlich zu mir selbst bin muss ich mir eingestehen, dass ich somit die Konsumindustrie vollends unterstütze. Aus diesem Grund werde ich zukünftig nur Produktkooperationen auf meinem Blog machen, die entweder nachhaltiger Natur sind (das bedeutet langfristig einen nachhaltigen Nutzen erzeugen) oder für meinen Bus notwendig sind. (Beispielsweise wenn ich ein neues Produkt benötige, weil das alte defekt ist.)

    Grund Nummer 4: Mehrwert bieten
    Bereits seit zwei Jahren denke ich regelmäßig über die Idee des Bloggens nach. Warum blogge ich? Für mich war die Antwort immer klar: Weil ich meinen Lesern einen Mehrwert bieten möchte. Doch bei meinen Recherchen auf Instagram & Co. stoße ich täglich auf tausende Bilder von Bloggern bei denen ich mich frage wo der Mehrwert liegt. Sein wir mal ehrlich: Wenn ich ein Bild von einem Campervan entdecke auf dem zwei Personen vor traumhafte Kulisse zu abend essen möchte ich doch wissen wo dieser Ort ist. Mein Interesse an dem Foto liegt darin, dass ich auch an diesen Ort reisen möchte. Oder bin ich wirklich damit zufrieden diesen zwei Personen beim Candlelight Dinner zuzusehen? Doch leider weisen viele der Bilder überhaupt keine Location-Infos auf. Auch die Bildunterschriften geben keinen Anhaltspunkt für andere sinnvolle Informationen, wie Produkttipss etc. Noch schlimmer ist es wenn es ganze Accounts sind die nur Repost von traumhaften Van-Bildern machen. Mal ehrlich! Beglückt es uns langfristig täglich idyllische Bilder zu sehen während wir evtl. im Büro sitzen ohne aus diesen Bildern Infos ziehen zu können?
    Zusätzlich habe ich mir über den Umgang des Worted Vanlife Gedanken gemacht und musste feststellen, dass auch ich diesen selbstverständlich nutze. Aber eigentlich bin ich kein Vanlife Blog sondern doch eher ein Vatravel Blog. Ich lebe schließlich nicht in meinem Bus, sondern verbringe meine 6 Wochen Jahresurlaub und Wochenenden auf der Straße. Vanlifer, das sind für mich digitale Nomaden wie zum Beispiel Kathi und Paul die als Vannomaden in ihrem Bus arbeiten und leben.  Deren Busse müssen ganz andere Voraussetzung erfüllen. Diese Erkenntnis hat mir gezeigt, dass ich mich wieder mehr auf Vantravel konzentrieren möchte, denn wer kann schon ein Vanlife leben. Der durchschnittliche Van-Besitzer ist wohl eher der Vantraveller als ein Vanlifer. Und für diese Leser möchte ich Mehrwert auf meinem Blog bieten.

    Das war jetzt ganz schön kritisch, aber diese vier Gründe für meine Pause und die Erkenntnisse aus Ihnen haben den heutigen Post hervorgebracht und mir die nötige Leidenschaft für meinen Blog zurück gegeben. Ich verspreche, dass es demnächst wieder mehr davon gibt. Natürlich nach meinen neuen Überzeugungen: Mit vielen Informationen, weniger Konsumgütern und ganz viel Inspirationen. Ich hoffe, dass ihr auch zukünftig Kommentare hinterlasst und mir mir den Kontakt sucht auch wenn die Antwort mal etwas länger dauern kann. Jetzt wisst ihr wenigstens wieso!

    Happy Vantravel!

1 Comment

  • Sehr schöner und ehrlicher Artikel, den ich als „hauptberufliche Bloggerin“ in einigen Punkten durchaus nachvollziehen kann. Bei uns hat die Leidenschaft zum Glück bislang nicht gelitten, aber die Reisen laufen in der Tat mittlerweile etwas anders ab als früher. Schön finde ich auch, dass du dich mit dem Begriff VanLife kritisch auseinandersetzt – der wird meiner Meinung nach inzwischen deutlich überstrapaziert und mit vielen, teils absolut unrealistischen Bilder verwässert. Über die Schattenseiten, die es – wie auch bei jedem anderen Lebensmodell selbstverständlich gibt – spricht kaum jemand. Ich mag deine Beiträge immer sehr und freue mich, wenn auch vielleicht etwas seltener, bald wieder von dir zu lesen!

    Liebe Grüße!

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