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    Im rechten Augenwinkel sehe ich eine schnelle und dennoch filigrane Bewegung, schnell starte ich die Kamera und dennoch: Zu spät um eine ordentliche Aufnahme zu erhalten! Ein Fischreiher kreuzte einmal mehr unseren Weg über die Havel. Daher legte ich die Kamera nieder und genoss die Fahrt ohne ständig nach der Kamera zu greifen. Dieses verlängerte Wochenende ist ohnehin viel zu wertvoll als es mit Hektik zu vergeuden. Von Zeit zu Zeit blickte ich nach hinten und musste immer wieder schmunzeln bei dem skurrilen Anblick der mir geboten wurde: Der VW T3 meiner Eltern (Danke fürs Ausborgen, ihr seid die Besten) schipperte auf dem Freecamper-Boot mit uns übers Wasser. Wir waren dabei Boating, meine Wortschöpfung aus Boat und Camping, zu testen!

    Es war das erste schöne Wochenende des Jahres und herrlicher hätte die Campingsaison für uns nicht beginnen können. Die Sonne schaffte es von Stunde zu Stunde und Tag zu Tag weiter durch die Wolkendecke und bescherte uns gerötete Wangen und ein Lächeln auf unseren Gesichtern.

    Kai saß nach anfänglichem Stress (Bei den ersten Kurven war er noch leicht nervös und befürchtete hinter jeder Ecke Gegenverkehr) entspannt hinter seinem Steuerrad und genoss die erste Tasse Kaffee als Kapitän des Schiffes. Zeitweise saßen wir wie ein altes Ehepaar nebeneinander, zunächst noch eingemummelt in unsere dicken Jacken die wir uns stückweise entledigten wie die Sonne sich den Wolken am Himmel. Auch unsere Reisegeschwindigkeit hätte zum Rentendasein gepasst. (Wir sind zwar Slow-Traveling durch die niedrige Leistung unseres Volkwagen T3s gewohnt aber mit dem Freecamper setzen wir diesem Motto die Krone auf). Wir tuckerten an den ersten Datschas vorbei und die Entschleunigung setzte bereits nach wenigen hundert Metern nach Ablegen ein. Herrlich! Die Havel glitt aus meinem Blickwinkel wie ein Laufband unter unserem Freecamper hindurch. Sie war so still, dass das Boot kaum wackelte. Die Landschaft, die dabei war endlich die Winterstarre abzuschütteln, wechselte nach jeder Kurve oder jedem See. Mal waren es fast mystisch moorige Landschaften mit toten Birken, die ideal als Filmkulisse für einen Mordfilm herhalten könnten, üppige Wälder in die wir durch die noch fehlenden Blätter hineinblicken konnten oder hohes Schilf, dass den Blick auf das Hinterland verbarg.

     

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    Ich entspannte mich auf dem Vorderdeck unserer Boots auf dem ausreichend Platz war. (Schließlich sah unser VW Bus fast klein auf dem 12 Meter langen Platon aus, welche für Wohnmobile und Wohnwagen bis zu 8,5 Metern ausgelegt sind.) Mit den Füßen auf der Reeling, der Sonnenbrille auf der Nase und einem Kaffee in der Hand hätte es nicht schöner sein können. Dennoch überraschten uns zahlreiche Tiere indem sie plötzlich am Ufer auftauchten, unseren Weg mehrfach kreuzten wenn wir näher kamen oder vor uns aus dem Wasser sprangen. In der Vorsaison waren nur sehr wenige Boote unterwegs, wodurch diese einmaligen Erlebnisse wohl nur möglich waren. Denn der Fuchs am Ufer der Havel wäre vermutlich schon längst davongelaufen wenn unzählige Boote den Wasserweg nutzen. Diese Ruhe war das Besondere während unseres Urlaubs, denn oftmals hörten wir beim Fahren einzig und allein Vogelgezwitscher und unser Motorengeräusch. Als wir in einer windgeschützten Bucht ankerten war selbst dieses nach Sekunden verhallt und wir bestaunten immer wieder unseren vom Wind nach links und rechts treibenden Camper auf dem Wasser.

     

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    Es war ideal, dass wir unser aufblasbares Kajak dabei hatten und so entschieden wir uns für eine kleine Paddeltour um uns noch mehr von dem eigenartigen Anblick unseres eigentlich rollenden Zuhauses auf einem Boot zu erfreuen. (Ich weiß: Fast jeder war bereits auf einer Fähre unterwegs, aber glaubt mir dieses Gefühl ist komplett anders. Erstens seid ihr dem Wasser sehr nah, denn durch die Holzbohlen an Deck könnt ihr dieses glitzern sehen und zweitens steuert ihr die „Fähre“ selbst!)

     

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    Unsere Tour führte uns von Mildenberg über Burg (Übernachtung am ersten Tag) nach Templin (Überachtung am zweiten Tag). Von hieraus fuhren wir noch ein wenig weiter das Templiner Gewässer hinab, bis wir uns nach einem morgendlichen Brückenerlebnis zur Umkehr entschlossen: Wir unterquerten im noch nicht ganz wachen Zustand eine kleine Brücke, die sich bei der Durchfahrt enger als erwartet präsentierte. Kai manövrierte uns zwar ohne jegliche Uferberührung hindurch, der Stresspegel stieg jedoch beim Hindurchfahren so sehr, dass wir uns für den entspannten Rückweg mit viel Spielraum zum Ankern und Verweilen entschieden.

     

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    Da das Wasserniveau der zu durchfahrenden Gewässer unterschiedlich ist mussten wir die Differenz mittels Schleusen ausgleichen. Insgesamt mussten wir zwei auf jeder Strecke passieren. Vor der ersten Schleusung waren wir extrem nervös, denn mit unserem 3,5m breiten Gefährt fühlte es sich für uns Laien an als ob kein Blatt Papier zwischen uns und die Schleusenwände passte. (Beim ersten Vorgang liefen wir wie aufgeschreckte Hühnchen von Seite zu Seite. Ein Bild für die Götter! Glücklicherweise lief meine Kamera und ich habe das Spektakel auf Video.) Aber je mehr Routine wir hatten desto entspannter verlief es. So schaffte Kai es sogar bei der letzten Schleuse den unzähligen Schaulustigen unser besonderes Gefährt zu erklären während ich durch Zufall eine Freundin, die ich seit 7 Jahren nicht gesehen hatte, begrüßte. (Klein ist die Welt: Da muss ich erst nach Brandenburg an einen abgelegenen Ausflugsort reisen um eine Freundin wiederzutreffen, die in Berlin lebt.)

    Mit unserem VW T3 Bus mit Lyding Aufbau waren wir jedenfalls der Hingucker, denn bereits beim Heranfahren drehten sich die Köpfe Reihe für Reihe nach uns um.

     

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    Den letzten Abend verbrachten wir in Burg, ca. 20 Minuten von der Freecamper Mietbasis entfernt. Hier ließen wir die Reise bei einem Gläschen Wein und Barbecue ausklingen. Mittlerweile hatten weitere Freecamper in See gestochen und lagen mit uns am Anleger.

    Am nächsten Morgen verabschiedete uns die Havel mit herrlich güldenem Sonnenschein der kurzzeitig von Kais Schreien getrübt wurde: Vor uns schwamm ein Biber am Boot entlang.

    Besser konnte ein Boating Trip nicht enden! Also an alle die einen Campervan besitzen: Freecamper mieten und ab aufs Wasser denn es ist einfach der Hammer!
     

    Infos zum Boating:
    Unternehmen / Freecamper
    Standort / Mildenberg in Brandenburg
    Preis / 4 Tage ab 420€
    Übernachten / In Häfen, an Anlegern oder Ankern
    Ausstattung / Abwasser, Entsorgung Chemietoilette, Außenstrom in Häfen
    Santäranlagen / In Häfen und an Anlegern
    Website / www.freecamper.de

     
     
    Vielen Dank an Markus, dass er unsere Reise mit dem Freecamper möglich gemacht hat.

    Alle Blog-Beitrag werden von mir nach meinem Cruising Campers Kodex zu Kooperationen und Produktvorstellungen erstellt. Die im Beitrag erwähnten Unternehmen haben keinen Einfluss auf die redaktionelle Ausrichtung meiner Beiträge, sodass jeder Bericht meine persönlichen Erfahrungen und Eindrücke beinhaltet.

     

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