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    Zwei Wochen Südschweden liegen hinter uns und passend zu meinem aktuellen Thema „Slow Travel & Nachhaltigkeit“ habe ich euch ein kleinen Leckerbissen aus meinem Urlaub mitgebracht. Auf unserer Reise landeten wir auf einem ganz besonderem Campingplatz in der Provinz Smaland, nahe der Stadt Urtshult, der es wird ist einen eigenen Blogbeitrag zu erhalten.

    Es fällt mir schwer den geeigneten Anfang zu finden, da der Campingplatz schwer in eine Kategorie einzuordnen ist. Ich habe zuvor keinen Platz gesehen der so natürlich, abgeschieden und einsam wirkt. Unbemerkt wurde ich zur Pfadfinderin, die aufgeregt alles zu entdecken versuchte was es zu entdecken gab. Jede Hütte wurde inspiziert, jeder Hügel erklummen, das Wasser unsicher gemacht, die Badetemperatur des Sees getestet und und und.

    Auf einem acht Hektar großem Gebiet liegt der Hätteboda Vildmarks Campingplatz. Umgeben von Wäldern, Seen und Mooren und fünf Kilometer eigenem naturbewachsenen Ufern. Durch einen Blogbeitrag (Leider erinnere ich nicht mehr auf welchem Blog ich diesen gelesen habe) bin ich auf diesen Platz aufmerksam geworden. Die Worte der Autorin versprachen das Gefühl von „Alleine im Wald campen“. Ansprechend, dachte ich! Also entschieden wir uns dazu hinzufahren. Die Einfahrt schlängelte sich einige Kilometer durch Wälder, vorbei an kleinen Schwedenhäusern und immer tiefer in den Wald hinein. Wenn ich nicht gewusst hätte, dass am Ende ein Campingplatz wartet wäre ich verunsichert gewesen. Auf dem Weg hüpfte ein Reh mit Kitz aus den Büschen und verschwand nachdem es unser ratterndes Gefährt entdeckte so schnell, dass wir es nicht vor die Linse bekamen.

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    Bei der Ankunft erhielten wir von einem anderen Pärchen den Rat unsere Platzsuche mit dem Campervan zu machen anstatt zu Fuß über das Gelände zu irren. Ein wirklich weiser Rat wie sich raus stellte. Denn die fünf unterschiedlichen Camp-Stationen liegen weit voneinander entfernt auf dem riesigen Areal. Alle Camps sind unterschiedlich und haben ihren eigenen Charme. Den Lageplan könnt ihr in der Kategorie Plätze/Preis der Website einsehen. Auch wenn wir unsere Lieblingsspots gefunden haben würde ich behaupten, dass es auf dieser Anlage keinen „schlechten Stellplatz“ gibt. Die Struktur ist so angelegt, dass jeder ausreichend Abstand zum Nachbarn hat und diesen teilweise durch Erhöhungen, Erdwälle, Bäume o.ä. nicht mal sehe kann. Wir konnten jedoch gar nicht von Nachbarn reden, denn mit uns waren gerade einmal zehn weiter Camper auf der Anlage die wir teilweise stundenlang nicht zu Gesicht bekamen.

    Der Platz kommt ohne Strom aus. Die Besitzer sind der Überzeugung, dass Elektrizität Fernseher, Computer und Unruhe mit sich bringt und dass es ein Grundbedürfnis ist zur Ursprünglichkeit zurückkehren zu können – zumindest für ein paar Tage. (Die Lebensgeschichte von Per und seiner Frau, den Gründern des Platzes ist übrigens filmmreif und kaum zu glauben. Wer neugierig geworden ist kann die Details auf der Website/ÜberUns nachlesen..)

    Der Platz verfolgt ein lobenswertes Konzept: „Hand in Hand“! Wer Abwaschen oder Duschen möchte muss die Pumpe auf dem Hügel bedienen um fließendes Wasser an den Servicehäusern zu erhalten. (Kleine Schilder beschreiben wie viele Hübe zum Duschen, Abwaschen etc. gepumpt werden müssen.) Auch wenn man Glück hat und noch genügend Wasser in den Speichern vorhanden ist sollte man dem Prinzip treu bleiben. Das heißt: Wer Wasser verbrauche pumpt neues nach. Selbiges gilt für Feuerholz, welches für die unzähligen Grillstellen genutzt werden kann. Es gibt zwei große Holzvorräte auf dem Gelände an denen die Stämme gekürzt und gespaltet werden können. Der Campingplatz ist also Sportprogramm und Erholungsstätte zugleich.

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    Das Holz dient außerdem zum Anfeuern der zwei Saunen des Campingplatzes, die es im Main- und Outback-Harbour gibt. Am zweiten Abend haben wir es uns in der Outback Sauna mit Blick auf den See gemütlich gemacht. Ein Nadelholz Aufguss duftete herrlich und die kurze Abkühlung im See war ein Erlebnis.

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    Beim Thema Abkühlung fallen mir die Duschen ein. Der einzige Minuspunkt den ich vergeben muss. Nicht weil ich kalt duschen ablehne (Wer meine Baltikum Berichte kennt weiß, dass wir erst nach zehn Tagen warm geduscht haben) sondern weil ich das Handling mit den Plastik-Solarduschen unpraktisch finde. Das Konzept sieht vor die Solarduschen zu füllen und in der Sonne zu erwärmen. Doch die Plastiksäcke brauchen lange um sich zu erwärmen, sind schwer und passen auch nicht wirklich zu einem Naturcampingplatz. Einfache Kippeimer oder Solarzellen zum Erwärmen des Duschwassers wären evtl. eine Verbesserung. Abseits dieser kleinen Anmerkung bin ich jedoch verliebt. Verliebt in diese Perle am Arasjön See! Die es schafft Camping im Einklang mit der Natur umzusetzen.

    Alle Toiletten des Platzes sind Plumpsklos. Doch Luxus Plumpsklos: Eine Fußpumpe sorgt für fließend Wasser zum Händeputzen, Handtücher für trockene Finger und das Herz in der Tür für den Schwedencharme.

    Um den Platz auch von der Wasserseite zu erleben legen wir mit einem Boot ab. Diese sind im Main- und Outback-Harbour verfügbar. Bei der Abreise werden ledigich die Stunden des Entleihens angegeben und 15 Kronen (ca. 1,50€) pro Stunde bezahlt. Cream unser VW Bus steht am Ufer: Am ersten Tag lugt er direkt hinter den Bäumen am See hervor, am Zweiten steht er ganz klein auf einer Wiese am Wasserlauf. Nur die Gänsefamilie besucht uns von Zeit zu Zeit. mit ihren 4 Kücken.

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    Das Versprechen der Bloggerin, die diesen Platz empfahl ist also eingehalten worden. Insgesamt blieben wir zwei Nächte (aber glaubt mir auch bei einer Woche würde es nicht langweilig werden) und wechselten den Stellplatzplatz einmal um dem aufziehenden Wind auf der Seeseite zu entfliehen. Die erste Nacht verbrachten wir im „Main Camp“ (Platz VED1A) unweit der Rezeption. In der zweiten Nacht beherbergte uns das Camp „Channel Island“ (Platz C5) und wir genossen den Ausblick auf einen kleinen Wasserlauf.

    Damt ihr einen Einblick erhaltet warum ich von dem Platz so beeindruckt bin fasse ich euch alles Wichtige nachfolgend zusammen.

    5 CAMPS

    1 / Main Camp:
    Das MainCamp liegt am Eingang des Platzes. Ein Teil liegt direkt am See, ein anderer an einem kleinen Wasserzulauf. Das Gelände erhöht sich zur Mitte des Camps, so dass auch von den oberen Plätzen Seeblick genossen werden kann bzw. weiter unten parkende Camper unsichtbar werden.

    Im Main Camp gibt es ein Servicehaus mit Abwaschmöglichkeiten, Gaskochern und Wasserpumpe, sowie Duschen und Feuerstellen. Außerdem liegen im Main Harbour Ruderboote und Kanus bereit. Das kleine Häusche am Main Harbour ist die Hafen Sauna.

    2 / Bauta Camp:
    Das Bauta Camp liegt zwischen dem Main Camp und dem Main Beach. Für mich das unspektakulärste Camp da beide Zufahrtsstraßen vorbeiführen. Allerdings ist der Weg zum Main Beach kurz an dem es einen langen Badesteg für heiße Tage gibt oder für Mutige an kühlen Tagen!

    3 / Camp Outback:
    Dieses Camp besitzt wie das Main Camp alle Servicehäuser. Außerdem eine Aufenthaltshalle mit Feuerstelle und hängenden Bänken, die an der Decke montiert sind. Am kleinen See zwischen Festland und Wedding Island schwimmen kleine hölzerne Plattformen im Wasser, die mittels Holzstäben fortbewegt werden. (Kai holte sich beim Sprung auf ein kleines Floß nasse Füße. Tipp: Die kleinen Plattformen sind vom Gewicht eher für Kinder geeignet!) Neben zwei Schwimmstegen gibt es im Outback Harbour ebenfalls Boote, eine Sauna und einen Badesteg. Das Gelände steigt zur Mitte hin an, so dass viele Plätze Seeblick genießen.

    4 / Channel Island.
    Das Camp mit gerade einmal 13 Plätzen liegt an einem kleinen Wasserlauf, der in eine offene Seen-Graslandlschaft mündet. (Wahnsinnig idyllisch, aber sehr flach zum paddeln) Die Toiletten sind ca. 100 Meter entfernt. Für den Abwasch etc. muss das Outback Camp besucht werden (Ca. 5 Minuten). Die Plätze C1-C4 sind sehr groß und durch aufgeschüttete Wälle voneinander getrennt, so dass man völlige Ruhe genießen kann, solange keine Enten und Boote am Flußlauf vorbeikommen 🙂

    5 / Eagle Point:
    Am weitesten von allen Camp-Einrichtungen entfernt stellt dieser Teil wohl den ruhigsten Part des Platzes dar. Neben zwei Grillplätzen und einer Toilette findet man hier nur Entspannung und Erholung.

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    Falls ihr Fragen zum Platz habt hinterlasst einfach einen Kommentar und ich versuche euch alles zu beantworten!!!

    Infos zum Campingplatz:
    Standort / HÄTTEBODA GÅRD, 360 13 Urshul, Schweden
    Preis / Je nach Platz zwischen 190 und 220 Kronen (Fahrzeug + 2Pers. / Jede weitere Person 70 Kronen)
    Ausstattung / Toiletten, Duschen, Abwasch/Kochhaus, Kühlraum, Feuerstellen, Badesteg, Sauna, etc.
    Website / www.vildmarkscamping.de

1 Comment

  • Toller Beitrag, wie immer :-). Diese idyllische Ruhe, die durch diesen Beitrag rüber kommt und sich mit deinem Schreibstil vermischt spricht wirklich für sich! :). Toller Beitrag und wie immer schöne Bilder! 🙂

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