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    Slow Travel? Dieses Modewort könnte sich auf die Geschwindigkeit beziehen mit der wir eine Strecke hinter uns lassen. Jedoch könnte es auch das Gefühl meinen mit dem wir diese Strecke an uns vorbei ziehen lassen oder besser gesagt sie wahrnehmen. Durch die Spitzengeschwindigkeit von 100kmh unseres VW Busses sind wir ohnehin bei jeder Reise entschleunigt, sodass wir beides vereinen können! Doch Ende April durfen wir, wie bereits im letzten Jahr in Mildenberg, ein Wasser-Camping-Konzept testen, das dem Begriff „Slow Travel“ die Krone aufsetzt.

    Dieses Mal gingen wir nahe Wesenburg in Mecklenburg-Vorpommern aufs blaue Nass. Von hier aus schipperten wir mit unserem Campervan durch zwei Schleusen, über mehrere Seen durch unzählige große und kleine Brücken bis nach Rheinsberg in Brandenburg. Neben unvorhergesehenen Unannehmlichkeiten, wie einem leeren Gastank, genossen wir die Natur, die Ruhe und erblickten sogar eine Wasserschlange. Aber nun alles der Reihe nach…

    Langsam parkt der nette Wassercaravan-Besitzer unseren VW Bus rückwärts auf die schwimmende Plattform. Sobald der Van gut gesichert wurde und ich eine kurze Einweisung erhalten habe konnte es los gehen: Wir starten bei herrlichem Sonnenschein aber dennoch kühlen Temperaturen vom Ende des Drewensees in die Natur der Mecklenburgischen Seenplatte.
    Wir überqueren den See und erfreuen uns an dem ulkigen Anblick unseres Campers auf dem Wasser bis wir nicht mehr alle fünf Minuten hinter uns schauen um zu prüfen ob unser rollendes Zuhause noch da ist. (Jeder der das einmal gemacht hat weiß wovon ich rede!) Bereits nach einer halben Stunde passieren wir die erste Brücke. Diese sogenannte Hausbrücke von Ahrensberg ist einzigartig in Norddeutschland.

    Sofort zieht uns die Natur wieder in Ihren Bann und ich merke wie sich eine innere Zufriedenheit einstellt. Links von uns startet ein Fischreiher aus dem Schilf und plötzlich schlängelt sich eine kleine Wasserschlange vor uns ihren Weg. (Leider war ich mit der Kamera zu langsam) Es passiert nicht viel und dennoch wird es nicht langweilig. Immer wieder heißt es: „Guck mal da!“ oder „Hast du das gesehen?“.

     

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    Kurz vor Priepert steuern wir eine kleine Bucht an und werfen unweit des Schilfes den Ankers aus. Um uns aufzuwärmen hole ich den Teekessel raus um uns bei den doch noch kühlen Temperaturen einen Warmmacher zu kochen. Und da ist auch schon die obligatorische Panne, die wir in fast jedem Urlaub haben. Der Gastank ist leer. (Ohne Vorankündigung ist genau in diesem Moment der Tank leer obwohl die Anzeige noch 50% bestätigt.) Schade! Wärmflaschen und Tee können wir somit vergessen und wir grübeln bereits wo wir nun am verlängerten Wochenende einen Campingkocher herbekommen. Das Dilemma an der ganzen Situation ist ja, dass ich theoretisch zur nächsten Gastankstelle fahren könnte wenn mein Bus nicht auf einem Floß gefangen wäre. Naja: Für jedes Problem gibt es eine Lösung, die wir allerdings erst am nächsten Morgen angehen.

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    Ohne Tee aber großem Gelächter über unsere eigene Blödheit erreichen wir gegen Abend den kleinen Anleger in Kleinzerlang. Leider waren die sanitären Anlagen aufgrund der Vorsaison noch geschlossen, so dass auch die heiße Dusche ausfallen musste. Ihr merkt schon: Ein gelungener erster Tag! Aber ich kann euch beruhigen der Rest des Trips schlägt eine andere Richtung ein.

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    Um uns ein bisschen aufzuwärmen machen wir eine Stippvisite beim Anleger Boot&Meer gegenüber unseres Liegeplatzes. Im Restaurant wärmen wir uns auf bevor wir erschöpft vom ersten Tag zurück in unseren Wasser-Van gehen und die Ruhe der Nacht am See genießen. Mit der Morgendämmerung treibt es uns aus dem Bett, da die Sonne wie ein goldener Hauch über dem noch ruhigen See liegt. Auch wenn die Vorsaison, zwar etwas kühler werden kann bin ich überzeugt davon, dass die Ruhe die wir stets im Frühjahr in dieser Region vorfinden Entschädigung genug ist. Eingepackt im Zwiebellook stapfen wir zum Bäcker im Dorf in der Hoffnung auf einen warmen Kaffee. Und tatsächlich: In der rustikalen Bäckerei alias „Ich hab alles Lädchen“ verköstigt uns die Fachverkäuferin mit himmlisch duftendem Kaffee. Wir nutzen die Gelegenheit und fragen nach einem Campingbedarfsgeschäft. Innerlich haben wir mit Gelächter bzw. Verwirrung gerechnet. Doch wie aus der Pisole geschossen erklärt uns die Dame welche Seen wir überqueren müssen um zum nächsten Shop zu gelangen. „Wenn das klappt fresse ich einen Besen“ denke ich beim hinausgehen.

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    2 Stunden später sind wir Besitzer eines nagelneuen Gaskochers, der ab sofort als Ersatzgerät im Van bleibt. (Es könnte ja passieren dass ich erneut mit leerem Gastank auf einem Floß festhänge!) Da die Panne nun behoben ist und wir ausreichend heißen Tee in unsere Thermoskannen gefüllt haben starten wir in die Entspannung: Von Zechlinerhütte (wo wir den Kocher kauften) geht es weiter bis wir gegen Mittag am Hafen des Rudervereins Rheinsberg ankommen. Außer uns liegt nur ein kleines rotes Sportboot mit dem Namen T3 am Anlieger. Wie passend! Also machen wir am Steg fest, zahlen die Hafengebühr von 10 Euro und schlendern hinunter in die Altstadt.

    Das Rheinsberger Schloss mit angrenzendem Park ist beeindruckend und dennoch sind wir mehr von den agrenzenden Schlossgärtnereien fasziniert als vom Schloss selbst. In den alten Gemäuern werden unzählige Pflanzen für den Schlosspark herangezüchtet. Die großen Fenster stehen weit offen, sodass wir uns trauen hineinzuluschern. Kleine Herzen verzieren die mint farbenen Holzläden eines Hauses und der Farn wächst im Inneren des alten Brunnens entlang. Hier habe ich viel mehr dass Gefühl mir vorstellen zu können wir es damals gewesen sein muss.

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    Auf dem Rückweg decken wir uns beim Konditor mit herrlich aussehenden Teilchen ein, die wir bei offener Schiebetür mit Blick auf den See verdrücken. Ein Kajakfahrer gleitet geräuschlos an unserem Wassercaravan vorbei und ich nutze die Gelegenheit um die Heckklappe zu öffnen und  mir die Seeluft um die Nase wehen zu lassen.

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    Am nächsten Morgen kehren wir um und biegen kurz hinter Zechlinerhütte in den Zootzensee ein. Wir haben gehört, dass der See ab der Mitte ganz klar werden soll. Leider ist es zu windig und das Wasser zu aufgewühlt. Wir können nur erahnen wie fantastisch es aussehen muss wenn der Wind nachlässt, denn beim Ankern bemerken wir wie lange wir diesen noch unter Wasser erkennen können. Die schmale Brücke die wir passieren müssen um den See zu verlassen wirkt fast so als ob wir nicht hindurchpassen würden. Doch mittlerweile sind wir unerschrockene Wasser-Vanatiker! Gekonnt manövrieren wir uns hindurch. Unsere Fahrt führt uns durch den Tietzowsee bis wir wieder an der Schleuse bei Wolfsbruch sind. Durch die Feiertage hat sich eine lange Schlange gebildet. (Ich mag mir kaum ausmalen, wie es hier in der Hochsaison zugeht.) Vor uns liegen etwa zehn Boote in Reihe. Alle warten geduldig bei schönstem Wetter in der Sonne. Es werden Fotos von unserem skurilen Gefährt geschossen und alle witzeln über die Fahrkünste der frischen Matrosen die gerade aus dem Hafen von Wolfsbruch kommen.

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    Nach einer Stunde haben wir es geschafft und passieren Kleinzerlang (wo wir in der ersten Nacht lagen).  Am Ostufer des kleinen Pälitzsees befinden sich einige traumhafte Ferienhäuser, die malerisch zwischen dem Schilf hervorragen. Ihre Badestege reichen einige Meter in den See hinein. Langsam tuckern wir an ihnen vorbei. Die Zeit schein langsamer zu laufen während wir darüber nachdenken wie herrlich wohl der Ausblick aus diesen Häusern sein muss.

     

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    Immer weiter fahren wir nordwärts bis wir den Hafen von Priepert erreichen in dem wir die letzte Nacht des Urlaubs verbringen. Mit der Kraft des Windes lassen wir uns seicht in eine am Rande liegende Box des Hafens treiben. Ordentlich vertaut lassen wir Cream am See zurück um unsere knurrenden Mägen zu stillen. Vom Restaurant aus können wir unseren VW Bus auf dem Wasser stehen sehen. Ein wahrlich eindrucksvolles Bild! Gestärkt schlendern wir zurück und haben noch lange die Gardinen geöffnet, da dieser Platz kaum schöner im Glanz der untergehenden Sonne aussehen könnte. Während wir noch den letzten Gedanken des Tages nachhängen wiegt uns das sanfte Schaukeln des Wassercaravans in den Schlaf!

     

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    Auch wenn wir eingepackt in Winterjacke an Deck des Wassercaravans stehen musste kann ich diese Reise nur jedem in der Vor- und Nachsaison empfehlen. (Manchmal hat man ja auch Glück: Letzes Jahr im April hatten Kai und ich Sommer pur während unseres Boating Trips mit dem Freecamper) Denn glaubt man den Aussagen der Einheimischen mutiert die Stille der Umgebung, die wir genießen durften, in der Hochsaison zu Chaos, Verkehr und Überbelastung dieser wunderschönen Naturkulisse.

    Infos zum Wassercaravan:
    Standort / Drewin in Mecklenburg-Vorpommern
    Preis / 4 Tage ab 299€
    Übernachten / In Häfen, an Anlegern oder Ankern
    Ausstattung / Außenstrom in Häfen
    Santäranlagen / In Häfen und an Anlegern
    Website / www.wassercaravan.de

    Vielen Dank an das Team von Strelitzreisen und Wassercaravan die diese Reiseunterstützt haben.

    Alle Blog-Beiträge werden von mir nach meinem Cruising Campers Kodex zu Kooperationen und Produktvorstellungen erstellt. Die im Beitrag erwähnten Unternehmen haben keinen Einfluss auf die redaktionelle Ausrichtung meiner Beiträge, sodass jeder Bericht meine persönlichen Erfahrungen und Eindrücke beinhaltet.

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